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Dezember 2017

„Tyll“ – Buchtipp für den Advent von Christoph Ennsthaler

in Kunst & Kultur/Literaturtipp

Tyll Ulenspiegel – Spielmann, Schausteller und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät mit der Kirche in Konflikt, Tyll muss fliehen. In Begleitung der Bäckerstochter Nele führt ihn der Weg durch das von Religionskriegen zerüttete Land.

Daniel Kehlmanns neuer Roman „Tyll“ ist ein buntes Figurenpanorama und der titelgebende Schelm der rote Faden, der uns durch diese Geschichte trägt. In jeder der acht Episoden lernen wir einen neuen Schauplatz des Dreißigjährigen Krieges kennen, immer steht jemand anders im Mittelpunkt: der junge Gelehrte Martin von Wolkenstein, der unbedingt den Krieg kennenlernen möchte, der melancholische Henker Tilman oder der weise Athanasius Kircher, dessen Geheimnis darin besteht, dass er seine Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat.

Immer dabei, mal prominent, mal ganz am Rande: der rätselhafte Gaukler Tyll, der, zwischen Bauern- und Fürstenhöfen tingelnd, beschlossen hat, niemals zu sterben.

Christoph Ennsthaler © Foto: Bringschuld

Daniel Kehlmann, Tyll; Rowohlt;
Hardcover, 480 Seiten, € 23,60

Hochgatterer liest im Museum Arbeitswelt

in Ausgehen/Literaturtipp

„Der Tag, an dem Mein Großvater ein Held war“ ist der Titel, der berührenden Geschichte über Angst, Sehnsucht und Alltag im Krieg, die für den Österreichischen Buchpreis 2017 nominiert war. Paulus Hochgatterer wird daraus am Mittwoch, dem 6. Dezember, um 19 Uhr im Museum Arbeitswelt Steyr lesen.  

Paulus Hochgatterer, © Corn

Für „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“ hat sich Paulus Hochgatterer viel Zeit gelassen. Zuletzt war 2010 sein Dorfroman „Das Matratzenhaus“ erschienen, in dem wie so oft in seinen Werken Heranwachsende im Mittelpunkt stehen.

Hochgatterer selbst über den Antrieb, dieses Buch zu schreiben: „Weil die Eltern sterben und damit werden die Geschichten, die sie uns erzählt haben, von niemandem mehr erzählt und gehen verloren, wenn wir sie nicht aufschreiben“. Daraus ist ein schmales, aber beeindruckendes Werk entstanden, mit dem er dieses Jahr auf die Shortlist des Österreichischen Buchpreises nominiert wurde.

Hochgatterer, geboren 1961 in Amstetten, lebt als Schriftsteller und Kinderpsychiater in Wien.  In seinem neuesten Werk beschreibt er die Geschehnisse auf einem Bauernhof im Mostviertel während der letzten Kriegsmonate. In dieser Zeit taucht dort ein ungefähr dreizehnjähriges Mädchen namens Nelli auf, verstört und offenbar ohne Erinnerung. Nelli wird aufgenommen und wächst in die Bauersfamilie hinein. Einige Monate später kommt eines Nachts ein junger russischer Zwangsarbeiter auf den Hof. Er hat nichts bei sich außer einer Leinwandrolle, die er hütet wie seinen Augapfel. Zwischen ihm und dem Mädchen entspinnt sich eine zarte Beziehung, die durch das Eintreffen einer Gruppe von Wehrmachtssoldaten blitzartig unterbrochen wird. Auf 112 Seiten erzählt Hochgatterer glanzvoll und fulminant die Geschichte eines verschollenen Gemäldes – und von einem einfachen Mann, der zum Helden wird.

Es wird um Anmeldung unter 07252 77351-0 oder anmeldung@museum-steyr.at gebeten.

Eintritt: € 10 / € 8 ermäßigt

Eisen & Feuer – Schmiedeweihnacht Steyr

in Advent in Steyr

Die traditionelle Steyrer Schmiedeweihnacht

8. – 10. Dezember 2017 von 10 – 18 Uhr

Die alte Eisentradition Steyrs dokumentieren über 50 Schmiede bei der stimmungsvollen 13. Steyrer Schmiedeweihnacht in der historischen Altstadt. Die feierliche Eröffnung mit dem Männergesangsverein Sängerlust findet am Freitag um 15 Uhr statt.

Das traditionsreiche Handwerk präsentieren Nagel-, Kupfer-, Huf- und Kunstschmiede entlang eines „Schmiedeweges“ durch die Steyrer Innenstadt.

Im Schmiedezentrum am Stadtplatz zeigen Schmiede die Arbeit am Amboss, am Luft- und Federhammer. Eine Schülergruppe der HTL Steyr wird hier ebenfalls die alte Kunst der Eisenbearbeitung vorführen.

Die Hollensteiner Schmiede sind bei Zwischenbrücken platziert. Die „schwarzen Grafen“ aus Niederösterreich sind bekannt für den berühmten „G‘stachelten Schnaps“ und ihre Kinderfreundlichkeit. Die kleinen Besucher dürfen unter fachkundiger Anleitung selbst einen Nagel oder Hufeisen schmieden und diese mit nach Hause nehmen.

Fotos: Botagraph

Beim Krippenbaum widmet sich ein „Nagelschmied“ einem aussterbenden Handwerk: der Produktion von Nägeln, die einst ein wichtiges Utensil für Zimmerer und Hufschmiede waren. Am Nagelbaum verewigen sich jährlich die anwesenden Schmiede mit ihrem persönlichen „Zunftzeichen“. Eine Besonderheit ist am Sonntag um 14 Uhr der „Live-Pferdehufbeschlag“. Hufschmied Christoph Zöbl zeigt die Anfertigung von Hufeisen und beschlägt im Anschluss sein Pferd.

Mehr Infos unter: www.christkindlregion.com

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