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Kulturtipp

Zu Besuch bei Künstlerinnen und Könnern | Kulturtipp im Herbst

in Ausgehen/Kulturtipp/Kunst & Kultur

Christoph Jungwirths Kulturtipp für den Herbst

„Von Steyr aus führt eine stundenlange Kastanienallee hinüber nach Garsten. Die große Strafanstalt beherrscht den kleinen Ort. Ein paar Straßen mit niedrigen Häusern, kaum ein größerer Kaufmannsladen im ganzen Dorf.“ Ich folge dieser Reisebeschreibung aus 1905 zu meinem Freund und Maler Edgar Holzknecht.

Wir trinken ein Bier, genießen neue und halbfertige Werke. Zumeist Acryl und Fettkreide auf Leinwand, mit denen er Menschen, Pflanzen oder Städte abstrahiert, konkretisiert, reduziert und so wieder sichtbar macht. www.edgarholzknecht.at

© Edgar Holzknecht

Zurück in der Stadt schaue ich bei der mehrfach ausgezeichneten Medien- und Konzeptkünstlerin Bernadette Huber vorbei. Sie residiert in Atelierräumlichkeiten in der Blumauergasse (Terminvereinbarungen: www.bernadettehuber.at).

Bernadette Huber | Oscar Holub © Fotos: Huber | Thomas Smetana

Mit einem Abstecher in Petra Hochgatterers Keramikatelier in Zwischenbrücken (www.keramik-kunst-hochgatterer.at) spaziere ich in die Sierningerstraße.

Zwei Künstlerklausen besuche ich hier jedenfalls: Oscar Holub, dessen Bilder auch mein Büro zieren und an die Tradition der „neuen Wilden“ erinnern (www.oscarholub.at), sowie Erich Fröschls Galerie Steyrdorf mit eigener Radierwerkstätte und Werken von Prof. Mostböck (Kontakt: 07252 86922).

 


Christoph Jungwirth ist Geschäftsführer des BFI OÖ und lebt in Garsten

Kulturtipp von Christoph Jungwirth

in Ausgehen/Kulturtipp/Kunst & Kultur

Summer in the City

Auch wenn manche sagen, in den Ferien sei in Steyr nichts los, sommerlicher Kulturgenuss kommt in meiner Lieblingsheimatstadt nicht zu kurz.

Ein perfekter Tag beginnt „beim Ennsthaler“, mit einer Ration Buchkultur. Dann quere ich den Stadtplatz Richtung Café Rahofer – frühstücken, tratschen, politisieren und die Welt retten. Kaffeehauskultur im kühlen Renaissancehof.

© Cafe Restaurant Rahofer

Vor der Mittagshitze fliehe ich ins Nass der Schwimmschule und verbummle den Nachmittag inmitten traditioneller Arbeiterkultur – Badebetrieb seit 1874 und zuletzt stilvoll erneuert.

Oder ich fröne in der Unterhimmler Au der Freikörperkultur: in der Sonne dösen, lesen, in der Steyr abkühlen – und das fast mitten in der Stadt.

Abends geht`s zu den Serenaden im interessant morbiden Schloss Rosenegg. Am 1., 12., 25. und 29. August (19 Uhr; Kultursommer Rosenegg) lädt Ilona von Ronay zu klassischer Musik bei Kerzenschein – Sommernächte wie aus der Zeit gefallen.

Musiksommer Schloss Rosenegg © Klaus Mader

Oder es treibt mich zurück in die Stadt. Der Tag klingt aus bei Filmkultur unter freiem Himmel: Sommerkino ab Mitte Juli im Schlossgraben, Dominikanerhof und Citykino (www.openairkino.at).


Christoph Jungwirth ist Geschäftsführer des BFI OÖ und lebt in Garsten

Zwischen Innen und Außen – Literatur.tage.STEYR

in Ausgehen/Kunst & Kultur

Erstmals Literaturfestival in Steyr – 2. bis 4. Juni 2017

Die literatur.tage.STEYR laden am Pfingstwochenende (2. bis 4. Juni 2017) zum ersten Mal zu einem literarisch-musikalischem Fest: Das von Karin Fleischanderl initiierte und kuratierte Festival stellt bei freiem Eintritt an drei Tagen zeitgenössische AutorInnen und Autoren und ihre literarischen Neuerscheinungen ins Zentrum und präsentiert sie vor der Kulisse der prächtigen historischen Altstadt und ihren Arkadenhöfen.

„Arkaden und Arkadenhöfe stellten immer schon einen Raum des Übergangs dar, zwischen Innen und Außen, zwischen Privatem, Geschäftlichem und Öffentlichem, ohne ausschließlich das eine oder das andere zu sein. Sie ermöglichen eine besondere Art der Geselligkeit, einen Raum, in dem Menschen einander begegnen, um sich auszutauschen über Politik und Alltag, sich Meinungen zu bilden oder einfach, um sich zu unterhalten und Feste zu feiern“, ist Karin Fleischanderl überzeugt. „In diesem Sinne mögen die literatur.tage.STEYR die Arkadenhöfe beleben als Ort der literarischen Begegnung, mit Lesungen, Unterhaltung und Musik.“

Robert Schindel

DAS PROGRAMM

Eröffnet wird das Festival mit einer Lesung von Robert Schindel im Innenhof des Rathauses, ein Meisterwerk des österreichischen Rokoko: Der Lyriker liest unveröffentlichte Gedichte, die immer wieder auch verquere Wortneuschöpfungen und ironische Brechungen der Wahrnehmung zutage fördern, und gibt Einblicke in sein Work in progress „Genia oder die lichte Zukunft“. (Freitag, 2. Juni, 19.00 Uhr, Rathaus, Innenhof, Stadtplatz 27 – Der Empfang des Bürgermeisters im Festsaal des Rathauses um 18.00 Uhr ist nur mit Einladung zu besuchen.)

Der Arkadeninnenhof des Café-Restaurant Rahofer zählt zu einem der schönsten Renaissancehöfe der Stadt: Moderiert von Dominika Meindl werden dort am Samstagnachmittag im Rahmen von Lesungen und Gesprächen aktuelle Neuerscheinungen vorgestellt: Den Beginn macht Petra Piuk, die in ihrem Debütroman „Lucy fliegt“ originell und mit viel tiefgründigem Humor die Unbarmherzigkeiten des Alltags zum schrägen Sound-Gewitter eines inneren Monologs verwebt. Piuks junge Protagonistin ist süchtig nach Bewunderung und hat nur ein großes Ziel: Hollywood – wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal. (Samstag, 3. Juni, 15.00 Uhr, Café-Restaurant Rahofer, Stadtplatz 9)

Ironisch distanziert, mit viel Witz und Wiener Morbidität erzählt danach Bettina Balàka in ihrem Roman „Die Prinzessin von Arborio“ die etwas anderen Liebesgeschichten einer charmanten schwarzen Witwe, die ihrem Namen alle Ehre macht. Denn einmal in Missgunst gefallen, müssen die Männer in Elisabetta Zorzis Leben allesamt sterben. (Samstag, 3. Juni, 16.00 Uhr, Café-Restaurant Rahofer, Stadtplatz 9)

Georg Büchner-Preisträger Josef Winkler schildert in seinem Band „Die Wutausbrüche der Engel“ die Frühzeit seines Kampfs um Sprache und Bilder. Aufgewachsen in einem von katholischen Engeln und Teufeln besetzten Kärntner Dorf, in dem es keine Bücher gab, beschreibt Winkler die umstürzende Wirkung, die große Literatur auf das eigene Leben hat. (Samstag, 3. Juni, 17.00 Uhr, Café-Restaurant Rahofer, Stadtplatz 9)

Im Debütroman des kongolesischen Schriftstellers Fiston Mwanza Mujila treffen im legendären und titelgebenden Club „Tram 83“ in einer afrikanischen Großstadt zwei Freunde wieder aufeinander. Wer hierher kommt, hat ein Ziel: Geld zu machen, egal wie. Mujila, der seinen Text einer Partitur gleich komponiert hat, bietet zusammen mit dem Saxofonisten Patrick Dunst eine literarisch wie musikalisch eindrucksvolle Performance. (Samstag, 3. Juni, 18.00 Uhr, Café-Restaurant Rahofer, Stadtplatz 9)

Die letzte Lesung am Samstag findet in einem weiteren der barocken Bürgerhäuser des Stadtplatzes von Steyr statt: In der Buchhandlung Ennsthaler präsentiert Sabine Gruber in „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ das unsentimentale Porträt eines von Kriegen und Krisen besessenen Fotografen, der plötzlich den Halt verliert. Wie viel Wahrheit ertragen wir? Wie viel Einfühlung, wie viel Nähe sind uns möglich? Ein dicht und präzise gestalteter Roman über journalistische Wahrheitsfindung, Heimatlosigkeit und die große Liebe. (Samstag, 3. Juni, 18.00 Uhr, Buchhandlung Ennsthaler, Stadtplatz 26)

Im idyllischen Gastgarten des Schwechaterhofs wird am Sonntag zur abschließenden Matinee mit Musik geladen: Antonio Fians Dramolette sind boshaft, bösartig, satirisch absichtsvoll – und immer ganz nah an der Wirklichkeit. Die Musiker von Kollegium Kalksburg und den Schriftsteller verbindet der zutiefst schwarze Humor. In ihren gemeinsamen Programmen ergänzen sich die musikalischen und literarischen Versatzstücke zu erfrischend spontanen Verbindungen mit höchst origineller Instrumentierung von Heinz Ditsch (Akkordeon, Singende Säge, Gesang), Paul Skrepek (Kontragitarre, Gesang) und Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Liedgesang, Kamm, Euphonium). (Sonntag, 4. Juni, 11.00 Uhr, Schwechaterhof, Leopold-Werndl-Straße 1)

„In Steyr hat Literatur eine lange Geschichte. Erfolgreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller stammen aus Steyr oder haben in Steyr gelebt. Die ersten Steyrer Literaturtage, die mir auch persönlich ein großes Anliegen sind, setzen diese Tradition fort“, zeigt sich Gerald Hackl, Bürgermeister der Stadt Steyr erfreut. „Mein Dank gilt ganz besonders Frau Karin Fleischanderl, von der die Initialzündung dafür kam, sowie den Sponsoren und Förderstellen, insbesondere der Wiener Städtischen Versicherung. ‘Die Literatur gibt der Seele Nahrung.’ (Voltaire).“

Nähere Informationen unter www.steyrer-literaturtage.at

Foto:  v.l.n.r.: Kollegium Kalksburg (Heinz Ditsch, Paul Skrepek, Wolfgang V. Wizlsperger) und Antonio Fian
© Kollegium Kalksburg

Kultur Tipps von Christoph Jungwirth

in Kulturtipp/Leben

Ich besuche zwei Geburtstagskinder im Steyrer Wehrgraben.

Seit 1987 imponiert das anspruchsvolle Programm des Museum Arbeitswelt. Zum Geburtstagsfest am 28.April (19 Uhr) ist neben Ansprachen die viel gelobte Wiener Formation Gustav&Band zu hören.

Makerspace © Steyrer Werke

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