Die Uprimnys - Porträt einer jüdischen Familie aus Steyr 1

Die Uprimnys – Porträt einer jüdischen Familie aus Steyr

in Museum & Austellungen

Zum Abschluss des Gedenk- und Erinnerungsjahres wird das Schicksal der jüdischen Familie Uprimny erstmals auf einer Bühne sichtbar gemacht. Die szenische Lesung richtet den Fokus nicht nur auf die tragischen Ereignisse während der NS-Zeit, sondern nimmt auch ihre Nachkommen in den Blick. Das Trio TROI umrahmt den Abend mit vertonten Gedichten der jiddischen Lyrikerin Rajzel Zychlinski.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zogen jüdische Familien aus Südböhmen nach Steyr. Sie waren vor allem als Handel- und Gewerbetreibende tätig. Die Gründung einer israelitischen Kultusgemeinde, eines Friedhofs und einer Synagoge ermöglichten ihnen ein reges kulturelles und religiöses Leben. Eduard Uprimny, von Beruf Malermeister, und Margarethe, geborene Sternschein, wohnten am Wieserfeldplatz, wo sie ein Farbengeschäft betrieben.

Der Antisemitismus war gegen Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. In der 1. Republik nahm die antisemitische Polemik noch spürbar zu.  Mit dem „Anschluss“ Österreichs 1938 an das Deutsche Reich begann die Ausgrenzung der Jüdinnen und Juden. Politische und wirtschaftliche Repressionen gegenüber der jüdischen Bevölkerung waren an der Tagesordnung. Nach der „Reichspogromnacht“ vom 9.11.1938 wurden auch die Steyrer Jüdinnen und Juden inhaftiert und ihre Wohnungen geplündert. Arisierungen, Flucht, Emigration und Deportation folgten.

Die Familie Uprimny wurde auseinandergerissen, Eduard von Wien nach Polen deportiert und 1939 in Nisko ermordet, Margarethe Uprimny mit ihren beiden Kindern Heinz und Mirjam 1942 von Wien nach Polen deportiert und in Maly Trostinec ermordet.Den älteren Geschwistern Anni, Fritz und Dolfi gelang es, nach Palästina zu emigrieren. Fritz, der sich während des Krieges der britischen Armee angeschlossen hatte, kehrte mit seiner aus Italien stammenden Frau Elena 1947 nach Steyr zurück. Jahrelang kämpfte er um die Rückgabe seines Hauses, das erst 1963 wieder in seinen Besitz gelangte. Die Nachkommen der Familie Uprimny leben heute in Österreich, Israel und Amerika.

Die Uprimnys - Porträt einer jüdischen Familie aus Steyr 2
© Sammlung C. Uprminy

Christian Uprimny, ein Enkel von Fritz Uprimny, widmet sich seit Jahren der Familiengeschichte, sammelt Dokumente und forscht in verschiedenen Archiven. Die Berichte der Geschwister Anni, Fritz und Dolfi beruhen auf Interviews, die vor 30 Jahren von Waltraud und Georg Neuhauser geführt wurden.

Der Vorverkauf findet während der Öffnungszeiten des Museums statt.

WANN
Mittwoch, 12. Dezember 2018

BEGINN
19.30 Uhr (Dauer: ca. 90 Minuten)

EINTRITT
VVK € 14,- / € 12,- (AK-Mitglieder)
Abendkassa: € 16 / € 14 (AK-Mitglieder)

Wehrgrabengasse 7, 4400 Steyr
+43 7252 77351-0 / office@museum-steyr.at
museum-steyr.at

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