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Museum & Austellungen

Sozialforscher Hartmut Rosa erstmals im MAW Steyr 1

Sozialforscher Hartmut Rosa erstmals im MAW Steyr

Museum & Austellungen

Hartmut Rosa ist einer der führenden deutschsprachigen Soziologen und Zeitforscher. Eines seiner Themen ist die moderne Beschleunigung, die nicht nur der Demokratie schadet, sondern auch Menschen regelrecht ins Burn-Out treibt. Am Dienstag, dem 26. März, wird er gemeinsam mit dem ORF-Journalisten Günter Kaindlstorfer über Auswege aus der Krise der Moderne sprechen.

Sozialforscher Hartmut Rosa erstmals im MAW Steyr 2
Hartmut Rosa, Buchautor und Professor für Soziologie © Jürgen Bauer

„Ein glückliches Leben hängt von einer gelungenen Weltbeziehung ab“, ist Harmut Rosa überzeugt. Für diese Beziehung zur Welt verwendet der deutsche Soziologe den Begriff der „Resonanz“, dem 2016 ein sehr umfangreiches und international vielbeachtetes Buch gewidmet hat. Gemeinsam mit Partnerinstitutionen wie der JKU Linz, der Universität Wien und dem Museum Arbeitswelt hat er nun eine Vortragsreihe für Österreich geplant. Von 25. bis 27. März wird er in Linz, Steyr und Wien zu Gast sein und jeden Abend über einen anderen Bereich seiner Forschungsarbeit sprechen. In Steyr trägt die Veranstaltung den Titel „Krise der Moderne – Wenn die Welt zum Aggressionspunkt wird“. Moderiert wird der Abend vom ORF-Journalisten, Literaturkritiker und Autor Günter Kaindlstorfer.

Hartmut Rosa, geboren 1965 im Schwarzwald, ist seit 2005 Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und seit 2013 zugleich Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt. Davor lehrte er an der Universität Augsburg, an der Universität Duisburg-Essen und an der New School for Social Research in New York. 2016 war er als Gastprofessor an der FMSH in Paris. Für seine Forschungsarbeit wurde er bereits mit etlichen an Preisen ausgezeichnet. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit rezipiert. Zu den wichtigsten Veröffentlichungen zählen: „Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung“ (2016) und „Beschleunigung. Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne“ (2005). Zuletzt erschien im Dezember 2018 sein neuestes Werk mit Titel „Unverfügbarkeit“ im Residenzverlag.

Beginn: 19.00 Uhr
Eintritt frei!

 

Starsoziologe Harald Welzer spricht über die Zukunft 5

Starsoziologe Harald Welzer spricht über die Zukunft

Die Powerregion Enns-Steyr lädt am 13. März zum 5. Powerabend ins Museum Arbeitswelt. Als Impulsgeber konnte der deutsche Starsoziologe und Bestsellerautor Harald Welzer gewonnen werden. Er wird über „Zukunftsbilder einer nachhaltigen Gesellschaft“ sprechen. Beginn: 19 Uhr. Eintritt frei!

„Heute glaubt niemand mehr, dass es unseren Kindern mal besser gehen wird. Muss das so sein? Muss es nicht!“, so Harald Welzer. Im Rahmen seines Vortrags wird er Szenarien skizzieren, wie eine gute Zukunft in den Bereichen Arbeit, Mobilität, Digitalisierung, Leben in der Stadt, Umgang mit Migration aussehen könnte. Welzer ist davon überzeugt, dass zuerst ein positives Bild von einer ökologisch aufgeklärten Gesellschaft entwickelt werden muss – erst dann kann politisch an deren Umsetzung gearbeitet werden.

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Harald Welzer @ Martin Kraft

Harald Welzer ist Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen Stiftung Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg. Seine Bücher sind in 21 Ländern erschienen. Mit „Alles könnte anders sein“ wurde vor wenigen Wochen sein neuestes Werk veröffentlicht.

ARBEIT IST UNSICHTBAR – Kuratorenführung um 17 Uhr

Gemeinsam mit dem Team des Museum Arbeitswelt hat Harald Welzer auch die aktuelle Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR kuratiert. Diese wird am 13. März um 17 Uhr mit einer Führung von Harald Welzer für die Saison 2019 wieder eröffnet. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Teilnehmer/innen ist eine Anmeldung unter anmeldung@museum-steyr.at oder 07252/773510 erforderlich.

HINTERGRUNDINFORMATION

  • Powerregion Enns-Steyr: Geladen wird an diesem Abend von der Powerregion Enns-Steyr. Der Verband von acht Gemeinden aus dem oberösterreichischen Zentralraum zieht in den Bereichen Raumentwicklung Raumplanung und Standortentwicklung seit einigen Jahren an einem Strang. Die Zusammenarbeit zielt auf die nachhaltige Entwicklung der Region ab: als Lebensraums, als Naturraum und als Wirtschaftsraum. Die Powerregion soll international als attraktive Wirtschaftsregion wahrgenommen werden. Erschlossene Betriebsflächen, eine gute Verkehrsanbindung und die voll ausgebaute Infrastruktur sind eine Voraussetzung dafür. Ein ebenso großes Augenmerk legt die Powerregion auf die Faktoren: Lebensqualität, Natur- und Landschaftsressourcen, Räume für Arbeit, Ausbildung, Freizeit und Wohnen. Im Laufe des Abends werden Vertreter der Gemeinden und des Landes über aktuelle Entwicklungen in der Region sprechen.
  • Museum Arbeitswelt Steyr: Mit der oberösterreichischen Landesausstellung Arbeit/Mensch/Maschine. Der Weg in die Industriegesellschaft wurde 1987 das erste österreichische Arbeitsmuseum errichtet. Inspiriert von der Grabe-wo-du-stehst-Bewegung, sollte es ein Museum anderer Art werden, dessen Anspruch über die Musealisierung der Arbeit hinausging. Anstatt starr auf Altbewährtes zu setzen, reagiert das Museum mit neuen Ausstellungen und Veranstaltungen flexibel auf die Umwelt. Aktuell zeigt ist die Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR zu sehen. Darüber hinaus ist wird der nahegelegen STOLLEN DER ERINNERUNG ebenfalls vom Museum Arbeitswelt betreut.
Starsoziologe Harald Welzer spricht über die Zukunft 7
Das MAW Steyr © Christof Zachl
Die Uprimnys - Porträt einer jüdischen Familie aus Steyr 8

Die Uprimnys – Porträt einer jüdischen Familie aus Steyr

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Zum Abschluss des Gedenk- und Erinnerungsjahres wird das Schicksal der jüdischen Familie Uprimny erstmals auf einer Bühne sichtbar gemacht. Die szenische Lesung richtet den Fokus nicht nur auf die tragischen Ereignisse während der NS-Zeit, sondern nimmt auch ihre Nachkommen in den Blick. Das Trio TROI umrahmt den Abend mit vertonten Gedichten der jiddischen Lyrikerin Rajzel Zychlinski.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zogen jüdische Familien aus Südböhmen nach Steyr. Sie waren vor allem als Handel- und Gewerbetreibende tätig. Die Gründung einer israelitischen Kultusgemeinde, eines Friedhofs und einer Synagoge ermöglichten ihnen ein reges kulturelles und religiöses Leben. Eduard Uprimny, von Beruf Malermeister, und Margarethe, geborene Sternschein, wohnten am Wieserfeldplatz, wo sie ein Farbengeschäft betrieben.

Der Antisemitismus war gegen Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. In der 1. Republik nahm die antisemitische Polemik noch spürbar zu.  Mit dem „Anschluss“ Österreichs 1938 an das Deutsche Reich begann die Ausgrenzung der Jüdinnen und Juden. Politische und wirtschaftliche Repressionen gegenüber der jüdischen Bevölkerung waren an der Tagesordnung. Nach der „Reichspogromnacht“ vom 9.11.1938 wurden auch die Steyrer Jüdinnen und Juden inhaftiert und ihre Wohnungen geplündert. Arisierungen, Flucht, Emigration und Deportation folgten.

Die Familie Uprimny wurde auseinandergerissen, Eduard von Wien nach Polen deportiert und 1939 in Nisko ermordet, Margarethe Uprimny mit ihren beiden Kindern Heinz und Mirjam 1942 von Wien nach Polen deportiert und in Maly Trostinec ermordet.Den älteren Geschwistern Anni, Fritz und Dolfi gelang es, nach Palästina zu emigrieren. Fritz, der sich während des Krieges der britischen Armee angeschlossen hatte, kehrte mit seiner aus Italien stammenden Frau Elena 1947 nach Steyr zurück. Jahrelang kämpfte er um die Rückgabe seines Hauses, das erst 1963 wieder in seinen Besitz gelangte. Die Nachkommen der Familie Uprimny leben heute in Österreich, Israel und Amerika.

Die Uprimnys - Porträt einer jüdischen Familie aus Steyr 9
© Sammlung C. Uprminy

Christian Uprimny, ein Enkel von Fritz Uprimny, widmet sich seit Jahren der Familiengeschichte, sammelt Dokumente und forscht in verschiedenen Archiven. Die Berichte der Geschwister Anni, Fritz und Dolfi beruhen auf Interviews, die vor 30 Jahren von Waltraud und Georg Neuhauser geführt wurden.

Der Vorverkauf findet während der Öffnungszeiten des Museums statt.

WANN
Mittwoch, 12. Dezember 2018

BEGINN
19.30 Uhr (Dauer: ca. 90 Minuten)

EINTRITT
VVK € 14,- / € 12,- (AK-Mitglieder)
Abendkassa: € 16 / € 14 (AK-Mitglieder)

Wehrgrabengasse 7, 4400 Steyr
+43 7252 77351-0 / office@museum-steyr.at
museum-steyr.at

Arbeit ist unsichtbar 12

Arbeit ist unsichtbar

Digitalisierung, Flexibilisierung und Individualisierung prägen die Diskussion über die Zukunft unserer Arbeitswelt. Mehr noch, greifen die damit einhergehenden Konzepte tief in unser Alltagsleben ein und definieren unser sozialen Beziehungen, unser Verständnis von Erfolg und unsere Freizeitgestaltung mit. Wenn an Arbeit gedacht wird, dann vor allem an Fabriken, Büros, Maschinen, Werkzeuge, Manager, Computer, Energie, Rohstoffe und an Menschen, die ihre Arbeit tun. 

Das alles ist sichtbar. Aber wie und warum und mit welchen Gefühlen die Menschen ihre Arbeit tun, was sie fordert und überfordert, was Arbeit gibt und wozu sie zwingt, das bleibt oft unsichtbar. Mit der Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR möchten wir einen kritischen Blick auf die gegenwertigen Entwicklungen werfen, aufklären und zur Diskussion über unsere Zukunft anregen.

Die Ausstellung vermittelt jedoch nicht nur Gegenwart, sondern erzählt, wie sich Arbeitswelt in den letzten 150 Jahren verändert hat und wie Menschen auf diese Veränderungen reagiert haben. Der Blick zurück soll helfen, Strategien für die Zukunft zu entwickeln, der Blick in die Zukunft soll helfen, Grenzen zu erkennen.

Arbeit ist unsichtbar 13
Museum Arbeitswelt @ MAW

Gezeigt werden Geschichten über Eigensinn, Widerstand, Kooperation und Motivation, über Zusammenhalt, Identität und Stolz, aber auch über Stress, Angst, Überforderung und Ohnmacht. All das ist das Wesentliche der Arbeit und wird mit Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR sichtbar gemacht.


Es erwarten Sie Audio-Installationen über „Arbeit und Gefühl“, ein Darkroom, in dem Sie Minenarbeitern aus dem Kongo begegnen, Ausstellungsräume, die den Kampf um Takt und Arbeitszeit, um Anerkennung, den Stolz der Arbeiter/innen auf ihr Können, aber auch die Globalisierung zwischen 1850 und heute am Beispiel der Waffen- und Autoindustrie in Steyr zeigen.

Und der humanoide Roboter PEPPER, der die verschiedensten Aspekte der Arbeit der Zukunft erzählt und erstmals in einem Museum zum Einsatz kommen wird.

Ergänzend zur Ausstellung gibt es einen Reader, der im Picus-Verlag erscheint.

Kuration
Harald Welzer (wissenschaftliche Leitung)
Robert Misik (redaktionelle Leitung)

Mit Beiträgen von: Paul Mason, Saskia Sassen, Harald Welzer, Kathrin Röggla, Sighard Neckel, Verena Dürr, Christine Schörkhuber, Ulrich Brand, Helene Maimann, Wolfgang Maderthaner uva.

Das Team von Museum Arbeitswelt freut sich auf Dein Kommen!


Eröffnung

Donnerstag, 3. Mai 2018
19:00 – 21:00 Uhr
Museum Arbeitswelt Steyr

Mehr Infos zur Eröffnung findest du hier auf Facebook


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