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Fiston Mwanza Mujila Tram 83 – buchpräsentation mit musik

29 September | 21:30 - 23:30

„Wenn ich sage ‚Ich schreibe diesen Roman‘, dann meine ich damit: Die Schrift ermöglicht mir nicht, alles auszudrücken, was ich möchte. Ich brauche also den Mund, die Rezitation, um zu so etwas wie der letzten Beschreibung zu gelangen.“(Fiston Mwanza Mujila, zit. in: Tobias Wenzel, Deutschlandfunk Kultur vom 24.7.2016, unter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/fiston-mwanza-mujila-tram-83-schreiend-zum-erfolg.1013.de.html?dram:article_id=361080)Fiston Mwanza Mujilas Debütroman „Tram 83“ ist ebenso wild und energiegeladen wie der gebürtige Kongolese selbst: ‚Stadtland‘ ist der Name der fiktiven afrikanischen Großstadt, die von einem abtrünnigen General und Diamantminenbesitzer regiert wird, ‚Tram 83‘ der legendäre und einzige Nachtclub der Stadt und ebenso Zentrum der Geschichte.Lucien, ein politisch verfolgter Schriftsteller, findet Unterschlupf bei seinem ehemaligen Freund Requiem, einem Gelegenheitsgauner, der ihm tagsüber das Leben nicht gerade leicht macht. Die Nächte verbringen die beiden ungleichen Gestalten im Nachtclub ‚Tram 83‘, um im anonymen Gewimmel von Minenarbeitern, ehemaligen Kindersoldaten, Prostituierten, Glücksspielern und Studenten unterzutauchen.In seiner Erzählweise erinnert der Roman an den Rhythmus des Jazz, und dieser ist auch das harmonische Gegenstück zum „grausamen Chaos“ (Helmut Schödel in: Süddeutsche Zeitung vom 15.9.2016, unter: https://www.buecher.de/shop/afrika/tram-83/mwanza-mujila-fiston/products_products/detail/prod_id/44881046/#reviews) der Geschichte und der „in diesem Haus des Horrors an die Kultur erinnert“ (ebd.).Und so demontiert der in Graz lebende Autor die Verhältnisse eines ‚failed states‘ von innen heraus. Die Elemente seines Stückes sind „Ausbeutung, Gewalt, Ungleichheit, rohe Sitten, Korruption“ (Dominik Kamalzadeh im Standard vom 31.7.2016, unter: https://www.derstandard.at/story/2000042018418/fiston-mwanza-mujila-der-beste-club-der-chancenlosen). Die ‚Neue Welt‘, die Fiston Mwanza Mujila in „Tram 83“ beschreibt, ist ebenso verroht – sie ist der „Inbegriff von Endstation“ (Helmut Schödel in: Süddeutsche Zeitung vom 15.9.2016, unter: https://www.buecher.de/shop/afrika/tram-83/mwanza-mujila-fiston/products_products/detail/prod_id/44881046/#reviews).Musikalisch umrandet wird die Lesung vom Saxofonisten und Musikethnologen Patrick Dunst. Der gebürtige Grazer studierte Saxophon-Jazz in Graz, Musik und Darstellende Kunst in Wien, klassischen südindischen Gesang in Indien und Musikethnologie in London.Er ist freischaffender Musiker und Komponist in Wien und Lecturer für Jazz Saxofon in Graz. Für „Tram 83“ kreierten Patrick Dunst und Fiston Mwanza Mujila das Duo Naima:„Wir sind wie zwei kleine Kinder, die über den Mond reden wollen und niemand kennt die Sprache des anderen. Wie sollen sie tun? Sie werden eine Sprache fertigen, eine kreolische oder Sprachzeichen. Aber was ist wahr, sie werden lange Zeit über den Mond, la lune, the moon, muenji… diskutieren. “Naima”- Titel dieses Projekts in Bezug auf das Lied von John Coltrane- ist eine unsichtbare Brücke nach nirgendwo.“ (http://www.patrickdunst.at/portfolio/)Fiston Mwanza Mujila, geboren 1981 in Lubumbashi / Demokratische Republik Kongo, lebt und arbeitet in Graz. Er schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet zudem afrikanische Literatur an der Universität. Für seinen ersten Roman „Tram 83“ suchte er jahrelang einen Verlag, der das Buch so nehme, wie es sei. Und obwohl der Roman nicht „den europäischen Lesegewohnheiten“ (Tobias Wenzel, Deutschlandfunk Kultur vom 24.7.2016, unter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/fiston-mwanza-mujila-tram-83-schreiend-zum-erfolg.1013.de.html?dram:article_id=361080) entspreche, wie viele Verlage gemeint hatten, hat es schon etliche Preise in Europa gewonnen, u.a. eine Nominierung für den Booker International Prize. Eintritt: 12€ VVK (Oeticket)/16€ Abendkassa

Details

Datum:
29 September
Zeit:
21:30 - 23:30
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

kv röda, 4400 Steyr